Eine Billion Dollar. Das ist die Summe, welche die sechs Golfmonarchien seit 2017 investiert haben, um sich amerikanischen Schutz zu erkaufen. Das Ergebnis: ein Krieg, der ohne Vorwarnung ausgelöst wurde, iranische Raketen auf ihre Flughäfen, Hotels und Raffinerien. Und ein Präsident, der vor saudischen Investoren in Miami – auf einem von Saudi-Arabien geschaffenen Forum – öffentlich damit prahlt, dass MBS ihm „den Arsch küsst“. Das ist keine Diplomatie. Das ist Schutzgelderpressung, gekrönt von Demütigung.

Doch der wahre Skandal liegt in dem, was danach kommt. Als der Iran vorschlägt, den Öltransit in der Straße von Hormus zu besteuern, antwortet Trump: „Das ist wunderbar, wir könnten das als Joint Venture machen.“ Er hat den Iran gerade fünf Wochen lang bombardiert und schlägt nun vor, die Beute mit ihm zu teilen – auf dem Rücken seiner eigenen arabischen und asiatischen Verbündeten, die 80 % ihrer Energie aus dieser Meerenge beziehen.

Asien droht zu ersticken. Japan, Südkorea, Thailand, die Philippinen: Knappheit, explodierende Preise, beschnittenes Wachstum. China hingegen nistet sich stillschweigend in das von Washington hinterlassene Vakuum ein – ohne einen einzigen Schuss abzugeben.

Unterdessen ist die Ukraine – ein Land im Krieg, die Wirtschaft ausgeblutet – zum Sicherheitsberater Nummer eins am Golf geworden. Weil Kiew weiß, wie man Shahed-Drohnen vernichtet. Die amerikanischen Patriot-Systeme können es nicht.

Pierre Lellouche hat es treffend gesagt: Amerika war lange Zeit die Lösung. Heute ist es das Problem geworden.