Es gibt Konferenzen, die die Weltordnung bestätigen, und andere, die sie ankündigen. München 2026 gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Nicht weil dort formelle Entscheidungen getroffen wurden — Sicherheitskonferenzen sind keine Entscheidungsgipfel — sondern weil sich die Sprache geändert hat, und in der Diplomatie geht die Sprache den Taten immer voraus.
Auch wenn der Inhalt der amerikanischen Botschaft weiterhin anspruchsvoll bleibt, insbesondere was die Verteilung der finanziellen Lasten angeht, hat die von Rubio gewählte Form dazu beigetragen, einen Dialog wiederherzustellen, der unterbrochen schien. Dieser „strategische Realismus” der USA trifft nun auf ein Europa im Umbruch, das von der neuen Dynamik des Bundeskanzlers Friedrich Merz und dem Willen seiner Nachbarn zur Wiederbewaffnung getragen wird. Zwischen der von Wolodymyr Selenskyj in Erinnerung gerufenen Dringlichkeit der Ukraine-Frage und den Autonomiebestrebungen von Emmanuel Macron zeichnet die MSC 2026 die Konturen eines Europas, das sich nicht mehr damit begnügt, zu beobachten, sondern endlich seine eigene Stimme als Macht sucht.