Der Spiegel der Schande – Von Hamsun zu Trump
Willkommen zu dieser neuen Folge. Es gibt Bilder, die die Geschichte nicht durch ihre Größe, sondern durch ihre absolute Schamlosigkeit prägen. Das Bild von Donald Trump, der sich den Friedensnobelpreis von Maria Corina Machado aneignet, ist eines davon.

Um die unerhörte Gewalt dieser Geste zu verstehen, dürfen wir nicht auf das aktuelle Geschehen blicken, sondern müssen es wagen, die Geister von 1943 zu beschwören, als der Schriftsteller Knut Hamsun seine eigene Medaille Joseph Goebbels anbot. Heute halten wir der narzisstischen Eitelkeit des amerikanischen Präsidenten den tragischen Fanatismus des norwegischen Nobelpreisträgers als Spiegel vor.

Diese schwindelerregende Parallele offenbart eine beklemmende Wahrheit: Wir haben es nicht mehr mit einer bloßen Laune des Präsidenten zu tun, sondern mit einer wahrhaften moralischen Pathologie. Doch vergessen wir niemals die Lektion der Geschichte: Hamsun endete sein Leben in Schande. Würde lässt sich nicht stehlen, und angesichts dieser triumphierenden Hochstapelei wächst die Ablehnung jeden Tag. In dieser Aufwallung der Klarsicht liegt unsere Hoffnung.