Was die Zahlen sagen, hinter dem Tor der Tränen (Bab-el-Mandeb)
Drei jüngere Entwicklungen untermauern, mit konkreten Zahlen, die Analyse von Admiral Girard.
Zum „offensiven militärischen Potenzial der Houthis“: Admiral Girard hält es keineswegs für unbedeutend — er weist selbst darauf hin, dass es merklich verstärkt worden ist —, ist aber der Ansicht, dass es derzeit nicht den entscheidenden strategischen Faktor der Lage darstellt, die weiterhin vor allem von politischen Erwägungen bestimmt wird. Eine Untersuchung des Conflict Armament Research Center dokumentiert genau diesen Ausbau: Die Bewegung hat ihr Arsenal in den vergangenen achtzehn Monaten still und leise verfeinert, während sich Iran und Saudi-Arabien im offenen Krieg gegenseitig erschöpften — mehr als 800 sichergestellte Raketenkomponenten, mindestens zehn verschiedene Typen, mit iranischen Ingenieuren, die entsandt wurden, um den Houthis beizubringen, die Systeme selbst zusammenzubauen, anstatt vollständige Raketen zu importieren. Nur 5 % dieser Komponenten stammten direkt aus dem Iran; der Rest gelangte über sechzehn weitere Länder ins Land.
Zur „Erschöpfung der amerikanischen Mittel“, die im Zusammenhang mit den Zwischenwahlen angesprochen wird: Die amerikanischen Bestände an Patriot-PAC-3-Abfangraketen sollen laut CSIS von mehr als 2.300 Einheiten vor dem Iran-Krieg auf derzeit etwa 800 gesunken sein — ein Rückgang um fast zwei Drittel binnen sechs Monaten. Axios nennt dabei ausdrücklich Frankreich unter den Ländern, die, wie Israel und die Ukraine, aus demselben bereits angespannten amerikanischen Vorrat schöpfen — was die stille Zurückhaltung der Europäer, sich stärker zu engagieren, in einem konkreteren Licht erscheinen lässt.
Schließlich zum von dem Admiral erwarteten saudischen Groll: Die Times of Israel berichtete in den vergangenen Tagen, Donald Trump habe eine saudische Bitte um Schläge gegen die Houthis ausdrücklich abgelehnt; amerikanische Vertreter hätten erklärt, man wolle sich „auf Iran und Hormus konzentrieren, statt eine neue Front zu eröffnen“ — trotz zweier persönlicher Anrufe von Mohammed bin Salman. Riad sieht sich damit erneut allein auf die eigenen Mittel verwiesen.






