Markierte Davos 2025 noch den Triumph der Rückkehr Donald Trumps, so wird die Ausgabe 2026 als die seiner Isolation in Erinnerung bleiben. Seine weitschweifige, inhaltsleere lange Rede versetzte das Publikum – von den Schweizer Gastgebern bis zu den Wirtschaftskapitänen – in betretene Lethargie. Das Unbehagen schlug beim offiziellen Dinner in einen diplomatischen Eklat um, als sein Finanzminister erleben musste, wie Christine Lagarde ostentativ den Tisch verließ, bevor er den Abend unter den Buhrufen des Saals beendete. Ein scharfer Kontrast zu den Standing Ovations für den kanadischen Premier Mark Carney und dem parteiübergreifenden Beifall, der Emmanuel Macron bei seiner Rückkehr nach Paris erwartete. Die Geschichte wird festhalten, dass Europa bei der amerikanischen Litanei gähnte, aber für den Überraschungsgast Wolodymyr Selenskyj vibrierte, dessen meisterhafte Rede den alten Herrn aus Washington endgültig in den Schatten stellte.
In Davos hat die Geschichte am 20. Januar 2026 nicht gestottert – sie hat geschrien. Wenn es eine Formel gibt, um die eisige Atmosphäre in den Schweizer Alpen während der Reden von Mark Carney und Emmanuel Macron zusammenzufassen, dann ist es diese: Genug ist genug.
Jahrzehntelang lebten Kanada und Europa im Komfort einer von Washington garantierten Sicherheitsarchitektur und eines rechtlich geregelten Welthandels. Diese Ära ist vorbei. Was wir diese Woche hörten, war der Klang zweier treuer Verbündeter, die mit dem Rücken zur Wand stehen und beschlossen haben, sich nicht länger für ihre Existenz zu entschuldigen.






