Europa vor der strategischen Einsamkeit: Um die unerbittliche Feststellung von Françoise Thom fortzuführen, scheint es, dass Europa während der Gipfeltreffen in Davos und Brüssel endlich die existenzielle Dringlichkeit des Augenblicks begriffen hat. Die übliche Schüchternheit ist einer ungeahnten Festigkeit gewichen: Angesichts der neuen Zolldrohungen aus Washington zögerten die Europäer nicht, die „Bazooka“ der Handelsvergeltung zu erwähnen. Dieser psychologische Bruch kristallisierte sich in den meisterhaften Interventionen von Emmanuel Macron und dem Kanadier Mark Carney – der mit Standing Ovations bedacht wurde – heraus, die an der Seite eines in seiner Würde unversehrten Selenskyj das Ende der atlantischen Illusion besiegelten.
Es ist an der Zeit, der Realität ins Auge zu sehen: Das transatlantische Band wird nicht wiederauferstehen. Donald Trump hat seine Wahl getroffen, nämlich auf Wladimir Putin zu setzen, um die alte Ordnung zu demontieren. Als Antwort darauf kann sich Europa nicht mehr damit begnügen, Zuschauer zu sein; es muss diese strategische Einsamkeit akzeptieren.
Wie Françoise Thom darlegt, ist es keine diplomatische Option mehr, den beiden „Gangstern“ gleichzeitig die Stirn zu bieten, sondern die strikte Bedingung für das Überleben des Kontinents.






