Das Erwachen des europäischen Bewusstseins angesichts des impreiralen nihilismeus
Die Kreuzanalyse von Françoise Thom und Laure Mandeville beleuchtet eine brutale Realität: Europa steht nicht vor einer einfachen diplomatischen Krise, sondern vor einem System, das die Subversion und Zerstörung der liberalen Ordnung zur Staatsräson erhoben hat. Putins Trajektorie, verwurzelt in den Spurrillen des Bolschewismus, nutzt Chaos als Waffe der internen Stabilisierung und externen Expansion. Angesichts dieses „totalen Krieges“, der unsere Institutionen, Werte und Kohäsion angreift, ist die Diagnose eindeutig: Der Westen kann sich den Luxus von Relativismus oder strategischer Amnesie nicht mehr leisten.

Die Perspektiven für Europa erfordern nun einen Bruch mit der Nachsicht. Um seine Souveränität zu behaupten, muss der Kontinent sich die Mittel für echte Autonomie geben, über die rein militärische Dimension hinaus, um in das Feld der hybriden Kriegsführung und des institutionellen Gedächtnisses zu investieren. Der Beharrlichkeit des Kreml, amerikanischen Einfluss zu vertreiben, um russische Hegemonie zu etablieren, muss ein „vertebriertes“ Europa begegnen, das in der Lage ist, sein Zivilisationsmodell gegen oligarchischen Entrismus und Raub zu verteidigen.[04]

Europäische Souveränität heute zu behaupten bedeutet:
Strategische Expertise wiederaufbauen, die in der Lage ist, die russische Politik langfristig zu verstehen, um nicht von ihren Metamorphosen überrascht zu werden.

Demokratische Institutionen gegen das Phänomen der „Auto-Putinisierung“ und die Drift zum politischen Tribalismus schützen, die die Rechtsstaatlichkeit schwächt.

Den Vorrang universeller Werte (Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit) angesichts eines Zynismus bekräftigen, der menschliche Beziehungen auf bloße „Kunst des Deals“ reduziert.

Kurz gesagt, der ukrainische Widerstand hat bewiesen, dass der unabhängige Wille eines freien Volkes die Berechnungen von Autokraten durchkreuzen kann. Europa muss nun aus derselben moralischen Klarheit schöpfen, um seinen eigenen institutionellen Rahmen aufzubauen und wieder zum Garanten der Sicherheit auf seinem Boden zu werden, auf die Gefahr hin, dass sein Schicksal von jenen diktiert wird, die nur im Zusammenbruch anderer gedeihen.[