Der institutionelle Dominoeffekt
Wie diese Woche gezeigt hat, wurde das westliche politische Schachbrett umgeworfen. Was wir beobachten, ist nicht mehr eine einfache Anhäufung privater Laster, sondern eine systemische institutionelle Explosion. Von 10 Downing Street, nun geschwächt, bis zu den Fluren des Quai d’Orsay, über die Zentrale der Frankfurter Finanzwelt, ignorierte die Schockwelle Grenzen. Die „Presseschau“ dieser Woche beweist, dass die Bloßstellung von Epsteins Netzwerken wie Säure auf die Glaubwürdigkeit der Eliten wirkt: Sie löst nicht nur individuelle Reputationen auf; sie greift das Vertrauen in die Regierungsführung der Staaten selbst an.
Die sicherheitspolitische Mutation: Jenseits des politischen Krachens drängt sich für die kommenden Wochen eine düsterere Realität auf: Die Affäre ist endgültig mutiert. Sie hat die Rubrik der vermischten Meldungen verlassen, um sich im Herzen der nationalen Sicherheitsfragen festzusetzen. Die Frage ist nicht mehr nur, wer an den Partys teilnahm, sondern wer die Kamera hielt und wer heute die Archive besitzt.
Zwischen der sichtbaren Panik der westlichen Hauptstädte und dem strategischen Schweigen Moskaus oder Pekings ist der Kontrast frappierend. Während die US-Gerichte das juristische Kapitel abgeschlossen zu haben scheinen, hat der Krieg der Geheimdienste gerade erst begonnen. Die massive Kompromittierung der Entscheidungsträger von gestern und heute ist zu einer Zeitbombe geworden, und es ist sehr wahrscheinlich, dass die 3 Millionen Seiten vom 30. Januar nur der erste Schuss eines langen Einflusskrieges sind.






